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In den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg stieg in den Vereinigten Staaten die wissenschaftliche Überlegenheit auf dem Gebiet der Kernphysik. Dazu trug neben amerikanischen Physikern auch die Arbeit von europäischen Immigranten bei. Bis zu dem Beginn des Zweiten Weltkrieges entwickelten sie mit dem Zyklotron, Teilchenbeschleuniger und Radioisotopen die Grundlagen der Nuklearphysik.
Im nationalsozialistischen Deutschland arbeitete eine Gruppe von Physikern um Werner Heisenberg an der militärischen Nutzbarmachung der 1938 entdeckten Kernspaltung.
Einer der wichtigsten Wissenschaftler, Enrico Fermi erinnert sich an die Anfänge des Projektes in einer Rede, die er 1954 hielt:
- Ich kann mich noch sehr lebhaft an den ersten Monat, den Januar 1939 erinnern, im ich begonnen habe in den Pupin Laboratorien zu arbeiten, weil die Dinge sich damals sehr schnell zu entwickeln begannen. Damals hielt Niels Bohr Vorlesungen an der Princeton University und eines Abends kam Willis Lamb begeistert zurück und erzählte, daß Bohr große Neuigkeiten verkündet hatte. Dabei handelte es sich um die Entdeckung der Kernspaltung und eine Übersicht, was die Entdeckung zu bedeuten hatte. Etwas später in diesem Monat gab es ein Treffen in Washington, auf dem die mögliche Wichtigkeit des neuen Phänomens der Kernspaltung zu dem ersten Mal halb ernst als potentielle Quelle von Kernenergie diskutiert wurde.
Die geflüchteten Wissenschaftler Leo Szilard, Edward Teller und Eugene Wigner waren der Ansicht, dass die Kernspaltung von den Deutschen zu dem Bau von Bomben genutzt werden könnte. Sie überzeugten darum Amerikas bekanntesten Physiker Albert Einstein, den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt in einem Brief zu warnen. Angesichts der Geheimdienstberichte um die deutschen Anstrengungen und Einsteins warnenden Schreibens vom 2.08 1938 wurde beschlossen die Entwicklung einer Atombombe zu forcieren.
Unter der Aufsicht von Lyman Briggs , dem Leiter des National Bureau of Standards begann 1939 am Seeforschungsinstitut (Naval Research Institute) in Washington, D.C. ein kleines Forschungsprogramm. Der Physiker Philip Abelson arbeitete dort an der Isotopentrennung von Uran. Aus ersten Forschungsgeldern in Höhe von 6 Tausend USD baute der italienische Nuklearphysiker Enrico Fermi an der Columbia University den Prototyp eines Kernreaktors, zum er verschiedene Kombinationen von Graphit und Uran einsetzte.
Erst 1940 wurde auf Initiative von Vannevar Bush, dem Direktor des Carnegie Institutes in Washington begonnen, die wissenschaftlichen Ressourcen der Vereinigten Staaten zur Unterstützung der Kriegsanstrengungen zu bündeln. Es entstanden neue Laboratorien, darunter das Strahlungslabor am Massachusetts Institute of Technology, das bei der Entwicklung des Radar eine bedeutende Rolle spielte und das Unterwasser-Tonlabor in San Diego, an dem das Sonar entwickelt wurde.
Das nationale Gremium zur Verteidigungsforschung (National Defense Research Council) übernahm das Uranprojekt, wie Briggs' Forschungsprogramm bis dahin genannt wurde. 1940 schufen Bush und Rossevelt das Büro für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (Office of Scientific Research and Development) um die Forschung zu forcieren.
Bis zu dem Sommer 1941 machte das Uranprojekt keine großen Fortschritte. Das änderte sich erst mit der aus Großbritannien kommenden Berechnung von Otto Frisch und Fritz Peierls, die zeigten, dass die Explosionskraft einer sehr kleinen Menge des spaltbaren Uranisotops U-235 dem Äquivalent von mehreren tausend Tonnen TNT entsprechen.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften machte den Vorschlag einer umfassenden Anstrengung zu dem Bau von Nuklearwaffen, woraufhin Bush das S-1 Komitee gründete, das das Vorhaben leiten sollte. Die Entscheidung fiel kurz nachdem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7.12 1941.
Am metallurgischen Labor der Universität Chicago, dem Strahlungslabor der Universität von Kalifornien und der Columbia Universität wurden die Anstrengungen zur Produktion von waffenfähigem Material aus Uran verstärkt. Uran 235 wurde aus Uranerz separiert und Plutonium erhielt man durch den Beschuss von Uran mit Neutronen.
Als die Vereinigten Staaten in dem Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintraten, gab es mehrere Projekte zur Erforschung der Separierung von Uran 235 aus Uran 238, der Herstellung von Plutonium und der Durchführbarkeit von Nuklearexplosionen.
Anfang 1942 begann man mit dem Bau goßer Anlagen zur Herstellung dieser Materialien: das Site X genannte Oak Ridge National Laboratory in Tennessee sowie die Site W genannte Anlage Hanford bei Richland, Washington.
Der Physiker und Nobelpreisträger Arthur Holly Compton baute das metallurgische Labor an der Universität Chicago Anfang 1942 auf um Plutonium und Spaltreihen zu studieren. Er bat Robert Oppenheimer um eine Stellungnahme zur Möglichkeit von Nuklearwaffen.
Im Frühjahr 1942 forschte Oppenheimer zusammen mit Robert Serber von der Universität Illinois am Problem der Neutronendiffussion (wie sich Neutronen bei der Kettenreaktion verhalten) und der Hydrodynamik (wie sich die durch die Kettenreaktion hervorgerufene Explosion verhalten kann). Um seine Forschungsarbeit und die allgemeine Theorie der Spaltungsreaktionen begutachten zu lassen veranstaltete Oppenheimer in dem Juni 1942 an der Universität von Kalifornien in Berkeley einen Forschungssommer. Die Teilnehmer Hans Bethe, John Van Vleck , Edward Teller, Felix Bloch, Richard Tolman und Emil Konopinski kamen dabei zum Schluss, dass eine Bombe auf Basis der Kernspaltung möglich ist und vermuteten, dass zu dem Starten der Kettenreaktion eine kritische Masse vorhanden sein muss. Die nötige Menge an Explosivmaterial musste groß genug sein, damit die durch die Spaltung ausgesandten Neutronen genügend weitere Uran-235-Atome spalten können, um die Kettenreaktion am Laufen zu halten. Die Schwierigkeit bestand in dem gezielten Starten der Kettenreaktion. Dies ließ sich entweder durch das Aufeinanderfeuern zweier subkritischer Plutoniummassen erreichen, oder durch eine Hohlsphäre aus Plutonium und Uran-235, die mit explosivem Material ummantelt ist.
Teller sah noch eine weitere Möglichkeit: er vermutete, dass durch die Ummantelung der Spaltbombe mit Deuterium und Tritium ein wesentlich stärkere Superbombe gebaut werden könnte. Die Idee basierte auf Bethes Vorkriegsstudien zur Energieproduktion in Sternen. Wenn die Detonationswelle der Spaltbombe durch das Gemisch der Deuterium- und Tritiumkerne expandierte, würden diese dadurch verschmolzen; der Prozess der Kernfusion würde dabei wesentlich mehr Energie freisetzen als die Kernspaltung. Bethe war skeptisch und wies die Skizzen, die Teller für die Superbombe entwarf, ein ums andere mal zurück. Teller vermutete, dass durch seine Superbombe die Möglichkeit der Entzündung der Atmosphäre bestand. Auch nach dem Bethe theoretisch nachwies, dass das nicht passieren konnte, blieben leise Zweifel. Nichtsdestotrotz trieb er die Versuche daran weiter voran.
Die Ergebnisse der Sommerkonferenzen Oppenheimers bildeten die theoretische Grundlage zu dem Bau der Atombombe, der eine der Hauptaufgaben in Los Alamos während des Krieges wurde. Serber nannte die Konferenzen später The Los Alamos Primer (LA-1). Auf ihnen wurde auch das Konzept der Wasserstoffbombe entwickelt, die in der Nachkriegszeit Gestalt annahm. Selten hatte eine Physik-Konferenz eine derartige Bedeutung für die Zukunft der Menschheit.
Mit der Aussicht auf einen langen Krieg trafen sich in dem Sommer 1942 eine Gruppe von theoretischen Physikern um Robert Oppenheimer in Berkeley um Pläne für die Entwicklung und Gestaltung einer Kernwaffe festzulegen. Grundlegende Fragen über die Merkmale schneller Neutronen bleiben dabei noch offen. Der Physiker John Manley vom metallurgischen Labor der Universität Chicago koordinierte für Oppenheimer die Forschungsgruppen in dem ganzen Land, die diese Frage beantworten sollten.
Die Messungen der Wechselwirkungen von schnellen Neutronen mit anderen Materialien innerhalb einer Bombe waren von großer Bedeutung. Die Zahl der in dem Spaltungsprozess von Uran und Plutonium entstehenden Neutronen musste bekannt sein und die die Bombe umgebende Substanz musste das Merkmal haben, diese Neutronen wieder in die Bombe zu reflektieren oder zu streuen, um die Energie der Bombe zu erhöhen. Aus diesem Grund mussten die Reflexions Merkmale verschiedener Materialen ermittelt werden.
Um die Explosionskraft einer Bombe abschätzen zu können waren viele andere Ergebnisse der Kernforschung Voraussetzung. Auch waren die zur Herstellung von schnellen Neutronen nötigen Teilchenbeschleuniger damals noch äußerst selten. In dem September 1942 zeigten die Schwierigkeiten der Koordination der in dem ganzen Land verstreuten Forschungseinrichtungen, dass ein zentrales Labor zur Kernwaffenforschung notwendig war. Daneben bestand ein großer Bedarf an Einrichtungen zur Herstellung von Uran 235 und Plutonium in dem größeren Maßstab.
Auf Anraten Vannevar Bushs wurde die Gewinnung von kernwaffenfähigem Material in dem großen Stil unter die Aufsicht der US-Army gestellt. Zuständig war nun das Army Ingenieurkorps unter Colonel James Marshall. Bushs Büro für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (Office for Scientific Research and Development, OSRD) hatte mehrere Verfahren zur Separation von Uranisotopen und zur Gewinnung von Plutonium entwickelt, aber ca. die von Ernest O. Lawrence entwickelte elektromagnetische Separation schien für eine Produktion in dem großen Maßstab geeignet.
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